Waldkindergarten Neuffen

Ein typischer Tag eines Waldkindes im Waldkindergarten

Mancher Elternteil oder auch Großeltern können sich vielleicht nicht vorstellen, wie ein gewöhnlicher Tag im Waldkindergarten abläuft. Was in aller Welt machen die Kinder dort den ganzen Tag? Was ist, wenn es regnet? Wo nehmen die Kinder ihr Essen ein? Gibt es Räume für Vorschulaktivitäten? Ähhh, was ist, wenn ein Kind einmal "wo hin" muss? Fragen über Fragen, die sich immer wieder berechtigterweise wiederholen. Diese Seite soll Aufklärung und Einsichten geben - nachfolgend ein typischer, regulärer Tagesablauf im Waldkindergarten. Die angegliederte Fotogalerie soll den Tagesablauf hierzu noch verdeutlichen und untermalen.

8.00 Uhr – 8.30 Uhr
Die Kinder kommen im Kindergarten an, jedes Kind wird von der Erzieherin begrüßt. Jedes Kind besitzt in unserem Bauwagen sein persönliches Fach für Utensilien wie Waschzeug, Kleidung, Vesper, usw. - dort werden am Morgen die persönlichen Dinge verstaut und organisiert.

8.30 Uhr
Der gemeinsame Start in den Tag beginnt mit einem sogenannten "Morgenkreis" mit einer Ansprache der Erzieherinnen und ein "Guten-Morgen-Lied", welches gemeinsam gesungen wird. Die Kinder, die im Kindergarten anwesend sind werden gezählt. Die Kinder, die nicht anwesend sind werden benannt, das aktuelle Datum besprochen. Es wird der Erste Waldspielort benannt, wo die Waldkinder zu Fuß hinwandern und dort einige Zeit mit freiem Spiel verbringen. Diese Orte wechseln sich stetig ab. Die Kinder sind täglich an einem anderen Ort (Tümpel, Bäche, markante Stellen in der Landschaft, Hohenneuffen, etc.).

8:45 Uhr – 10.30 Uhr
Erste Freispielzeit an dem benannten Ort. Die Kinder beschäftigen sich dort mit selbst gebasteltem Spielzeug, klettern auf Bäume, spielen an einem Bachufer und haben einfach Spaß. Die Kinder fühlen und erleben das "draußen sein" aktiv und gestalten sich selbst ihr Spielumfeld. Es gibt keine Rahmenvorgaben, das Kind ist einfach Kind!

9:05 Uhr
Uups, Pippialarm ... es findet sich immer eine abgelegene Stelle im Freien :-)

10.30 Uhr
Es erfolgt die Rückkehr an unsere "Basis" am Schelmen Wasen zu einem gemeinsamen Vesper. Das Vesper findet in unserem Bauwagen statt, vorher werden selbstverständlich die Hände gewaschen (das Wasser wird aus einem Wassersack entnommen, welcher wöchentlich abwechselnd von einem Waldkind mitgebracht wird). Die Kinder lernen den sparsamen Umgang mit diesem wichtigen Gut. Das Vesper beginnt gemeinsam mit einem Vesperspruch oder einem Gebet.

11.15 Uhr
Es folgt die zweite Freispielzeit an einem neuen Spielort, welcher wieder zu Fuß erreicht werden muss. Es gibt Zeit für Angebote, Aktionen und Projekte (Basteln, Schnitzen, Bauen, etc.).

11.25 Uhr
Uups - Großalarm! Eine Schaufel ist dabei, es wird zu einer abgelegenen Stelle ausgerückt und ein Loch gegraben ... das Papier wird anschließend angezündet und das Loch sorgfältig wieder zugeschüttet.

12.40 Uhr – 13.00 Uhr
Abschließend die Rückkehr zur Kindergartenbasis mit einem Schlusskreis und gemeinsamen Kreisspiele. Es wird ein Abschlusslied dazu gesungen.

13.00 Uhr – 14.00 Uhr
Flexible Abholzeit der Kinder am Kindergarten (die Kinder spielen und verbleiben am Platz).


Besondere Aktivitäten (nicht alltäglich):
- Teig für Stockbrot zubereiten und am Feuer backen
- Suppe oder Eintopf zubereiten und über dem Feuer kochen
- Würstchen Grillen am Lagerfeuer
- Ausflüge mit dem Bus (Eis Essen, Wilhelma)

Das Wetter:
Es gibt kein "schlechtes Wetter", sondern nur die falsche Kleidung dazu. Die Waldkinder sind naturgemäß im "Zwiebelprinzip" gekleidet und können wetterbedingt Kleidungsstücke anziehen oder ablegen. Natürlich sind vernünftiges Schuhwerk, Funktionswäsche und regendichte Kleidung wichtig - wenn jedoch die Katzen vom Himmel fallen, haben die Kinder ihren Unterstand oder Bauwagen, um entsprechenden Schutz aufzufinden. Ein ständiger Kontakt zum verantwortlichen Förster ist natürlch zu jeder Zeit gegeben, um Gefahren im Wald zu begegnen oder auszuweichen.

Der Werdegang eines Waldkindes:
Jede Altersgruppe der Kinder wird als ein Waldbewohner eingestuft. So werden die Kleinsten der Kleinen als "Mäuse" bezeichnet. Die nächste, ältere Gruppe sind "Eichhörnchen". Es folgen "Eulen" und schließlich die ältesten Kinder, die vor der Einschulung stehen, die "Füchse".